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Kann mir mal jemand eine Ladung Motivation rüberschicken?
Eine Ladung gute Laune und Spaß?
Ich häts bitter nötig.
Ich schreibe jetzt darüber, vielleicht ändert es sich dann. Man soll die Hoffnung ja nie aufgeben.
Ich bin im Moment viel allein, da der Mann ja unter der Woche nicht bei mir sein kann. Aber nicht damit fängt das Problem an, sondern mit mir.
Jeden Abend hätte ich Zeit, ich könnte Nähen, die Bude sauber machen und in Ordnung halten, schön für mich kochen, Leute treffen.
Und was tue ich? Ich sitz daheim, mit der Katze und dem Rechner aufm Bett und tue nichts.
Ich stehe jeden Morgen auf und geh zur Arbeit. Aber auch hier fehlt mir die frühere Freude und motivation. Ich kann mich schlecht aufraffen. Selbst hier, an diesem Ort, der doch ein Stück Heimat und Familie ist.
Seit Wochen möchte ich mir ein Shirt nähen. Tja, bei der Idee blieb es bisher. Ich möchte für meine Mama einen Kissenbezug nähen. Beim möchten blieb es bisher.
Montag habe ich angefangen unseren Esstisch neu zu gestalten. Angefangen.. Mehr aber auch nicht.
Der Wäschekorb steht gefüllt im Flur. Den Weg zur Waschmaschine hat er noch nicht genommen.
Es sind so viele Kleinigkeiten. Und doch, sie türmen sich auf und sind dann ein Hügel, den zu bewältigen ich mir nicht zutraue.
Ich hätte diese Woche an zwei Abenden zum Sport gehen können. Habe ich aber nicht gemacht. Warum? Weil ich den Arsch nicht hochbekomme.
Ich schlafe in der Nacht zwischen 8 und 9 Stunden. Trotzdem wache ich morgens auf und der erste Gedanke ist: Wann kann ich heute Abend wieder ins Bett.
Weniger schlafen hat nichts gebracht. Mehr schlafen bringt nichts. Eine untersuchung der Blutwerte blieb ohne Ergebnis.
Aber ich bin fertig. Selbst jetzt, während ich das schreibe, bin ich fertig und habe Mühe mich zu konzentrieren.
Am liebsten würde ich jetzt zehn andere Sachen machen, aber ich weiß, ich würde sie anfangen und nicht zuende bringen.
Ich schaffe es nicht, meinen beiden Lieblingskolleginnen eine Mail zu schreiben, obwohl ich den halben Tag vorm Arbeitsrechner sitze und es nur wenige Klicks wären.
Ich würde so gerne meine genähte Tasche zeigen. Schließlich habe ich sie bereits kurz nach Weihnachten genäht.
Tja, dafür müsste ich mich aufraffen sie zu fotografieren. Die Bilder bearbeiten und hochladen. Einen Text schreiben.
Ein Hügel.
Ich wollte wieder trainieren. Jetzt gerade. Genau jetzt. Aber jetzt geht nicht, jetzt bin ich arbeiten. Aber wenn ich es dann morgen könnte, dann graut es mir davor meine Pistole in die Hand zu nehmen. Weil es ja nicht jetzt ist, sondern erst morgen.
Ich stehe mir selbst im Weg. Ich weiß das und doch hätte ich so gerne eine Erklärung für mich.
Ich fühle mich körperlich dem ganzen nicht gewachsen. Ich sitze hier, ständige Übelkeit im Körper und Kalt ist mir auch, obwohl unsere Arbeit gut geheizt ist.
Ich bin froh, das die Kollegin wieder aus dem Urlaub zurück ist, weil jetzt sie wieder die Verantwortung trägt.
Hier liegt der Umschlag und die Karte für Frau Perles Deckenprojekt.
Ich habe es aber nicht geschafft etwas in die Karte zu schreiben und den Umschlag zu schließen.
Ich habe jetzt davon geschrieben und weiß doch, alle meine guten Vorsätze fürs Wochenende werden verpuffen.
Weil ich mir selbst im Weg stehe …